Atlas vom Kommunionharz - Historische Abrisse und aktuelle Forstkarten

 

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Der "Atlas vom Kommunionharz" wurde 2010 im Auftrag des Niedersächsischen Landesarchivs und der Niedersächsischen Landesforsten herausgegeben. Er stellt in Form eines ausführlichen Textteils und eines umfangreichen Kartenwerkes die Situation des Kommunionharz dar, vorrangig im Vergleich der historischen Abrisse von 1680 und der aktuellen Forstkarten.


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Hierzu die Zusammenfassung der Autoren, Brage Bei der Wieden und Thomas Böckmann:

"Die Wirtschaftsphilosophie des 17. Jahrhunderts betrachtete das Staatsterritorium zunächst als Wirt-schaftsraum, der gegen andere Wirtschaftsräume durch Zölle abzugrenzen sein müßte, um höhere Einnahmen aus Abgaben und Steuern erzielen zu können. Der erste Herrscher auf dem Gebiet des heutigen Niedersachsen, der versuchte, sich über die raumgebundenen Grundlagen seiner Herrschaft Klarheit zu verschaffen, war der in Wolfenbüttel regierende Herzog Julius zu Braunschweig und Lüneburg.

Im Atlas vom Kommunionharz von 1680 wird die Vermessung eines Gebietes von rd. 30.000 Hektar dargestellt. Es handelt sich dabei wohl um die erste methodisch exakte vermessungstechnische Aufnahme einer größeren zusammenhängenden Fläche in Norddeutschland. Im Harz ordnete sich zum Ende des 17. Jahrhunderts die Forstwirtschaft weitgehend den Bedürfnissen des Bergwerks- und Hüttenbetriebes unter, was zur Entwicklung von Buchholzhainen für die Brennstoffgewinnung neben Fichtenhochwäldern führte. Nicht zufällig begegenet der Begriff "nachhalten" im forstlichen Sinne zuerst im Entwurf einer Forstordnung für den Kommunionharz ungefähr 1654. Das eigentliche Nachhaltigkeitsprinzip formulierte der kurfürstlich sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz aber erst im Jahre 1713. Die Nachhaltigkeit ist seitdem das Leitbild der Forstwirtschaft.

Mit dem nachhaltigen Ansatz ist jedoch der Wert des Harzatlasses von 1680 und der zugehörigen Forstbeschreibungen keineswegs erschöpft. Die Kombination von Karten und Texten bietet eine solche Fülle von Informationen, nicht nur zu Flächengrößen, Bodenbeschaffenheit und Bestockung, sondern zu allen kartierbaren und beschreibbaren Phänomenen, die auch nur periphere Relevanz für die Kulturlandschaft besaßen.

Den wesentlichen Inhalt des vorliegenden Werkes bildet der Kartenteil mit den 74 Originalabrissen von Groskurt und Ernst, die in einer einheitlichen Größe dargestellt werden. Jedem Abriss wird eine gleichgroße Karte mit der heutigen Baumartenverteilung und den heutigen topographischen Gegebenheiten gegenübergestellt. Dadurch können an den einzelnen Abrissen die Entwicklungen bzw. Veränderungen der letzten 330 Jahre nachvollzogen werden. Auf eine kritische Edition der Texte mußte angesichts des Umfang verzichtet werden. Sie werden als Scans auf einer beigefügten CD verfügbar gemacht." 


Auf 263 Seiten wird ein Überblick über die Historie des Kommunionharz vermittelt. Thematisch gliedert sich das Werk in die folgenden Bereiche:

  • Einführung in das Thema und Vorstellung des Editionsvorhabens
  • Der Oberharz als Landschaftsraum
  • Der Harz als europäische Montanregion um 1700
  • Der Kommunionharz in der Territorialgeschichte
  • Das Atlaswerk und seine Autoren
  • Werk- und Quellenverzeichnis zum Forstabrissbuch
  • Bergbau und Industrieanlagen
  • Waldbild und Forstwirtschaft
  • Verkehr und Weidewirtschaft
  • Kartenteil: Abrisse von 1680 und aktuelle Forstkarten


Einer der Schwerpunkte des Werkes bildet der umfangreiche Kartenteil, der in Form von 74 Forstabrissen auf jeweils gegenüberliegenden Seiten die historische Situation von 1680

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mit derjenigen von heute (2008) 

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direkt gegenüberstellt.


Unser Beitrag zum Kartenwerk liegt in der digitalen Erstellung der 74 aktuellen Forstkarten mit der Darstellung von Hauptbaumart und Altersklasse auf einem Kartenhintergrund, dessen Signaturen sich aus der Geodatenbank von ATKIS (Amtliches Topographisch-Kartographisches Informationssystem) ableiten.


Interesse an der Thematik ? Das Werk ist im Handel erhältlich unter

ISBN 978-3-7752-6161-6

Für weitere Rückfragen stehen wir Ihnen hier gerne zur Verfügung.


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