Ingenieurbüro Fischer - Luftbildinterpretation und Fernerkundung

 

Partner 15


Das Ingenieurbüro Fischer wurde 1998 gegründet und hat seinen Standort in D-31036 Eime, südlich von Hannover.

Zentraler Aufgabenbereich des Büros ist die forstliche Luftbildauswertung und Kartenerstellung. Die Kartierung von Waldbeständen als vorbereitender Arbeitsschritt für terrestrische Inventuren basiert dabei auf Stereobildinterpretation oder Auswertung digitaler Orthophotos. Das Bearbeitungsspektrum reicht von der Erstkartierung mit ausführlicher Interpretation von Bestandesmerkmalen bis zur Aktualisierung bestehender Forstkarten. Neben der Erfassung wird eine zielgerichtete Datenanalyse für forstbetriebliche sowie andere den Wald betreffenden Fragestellungen angeboten.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt im Ingenieurbüro Fischer liegt in der Erstellung digitaler Orthophotos, d. h. Einpassung gescannter Luftbilder auf eine Kartengrundlage.

Zur präzisen Einmessung von nicht luftbildsichtbaren Elementen wie zugewachsene Wege, Zäune oder andere forstliche oder jagdliche Einrichtungen steht ein GPS-Empfänger der Firma Breithaupt mit entsprechendem Handcomputer zur Verfügung. Die aufgenommenen Daten können direkt vor Ort mit Attributen versehen und später im Büro in das GIS übernommen werden.

An Software wird neben MicroStation und den ESRI-Produkten das Programm ERDAS IMAGINE mit dem Orthophotomodul ORTHOBASE eingesetzt. Die Verbindung zwischen Stereoplotter und PC wird über Software der Firma DAT/EM realisiert.

Die im Luftbild erhobenen Daten können in jedes gängige GIS-Format konvertiert und damit in das System des Kunden integriert werden.

Zur Projektabwicklung stehen forstlich ausgebildete Mitarbeiter mit ausgesprochen umfangreicher Interpretationserfahrung zur Verfügung. Dadurch ist eine kompetente Beratung in der Vorbereitungsphase von Projekten ebenso wie eine zügige und reibungslose Projektabwicklung möglich.


Sie können uns wie folgt erreichen:

Ingenieurbüro Fischer

Esbecker Straße 8
D-31036 Eime

Fon: 05182 / 8325
Fax: 05182 / 960172

Mobil: 0172 / 8876934


Luftbildinterpretation 15

Beispiele unserer Tätigkeit:

Luftbildinterpretation für die Forsteinrichtung im Niedersächsischen Staatswald

 
Verfahrenshintergrund

Die planmäßige Bewirtschaftung der Wälder basiert auf der periodisch wiederholten Forsteinrichtung, bei der eine Inventur des gegenwärtigen Waldzustandes, die Planung der zukünftigen Bestandesbehandlung sowie eine Kontrolle des bisherigen Betriebsablaufs stattfindet. Für die Forsteinrichtung ist eine Gliederung der Waldflächen in geeignete Einheiten notwendig, die sich als Ergebnis u.a. in entsprechend aktualisierten Betriebskarten und Bestandesdaten widerspiegeln. Dabei sollen nach der gegenwärtigen Zielsetzung größere Planungseinheiten geschaffen werden. Gleichzeitig sollen kleinflächige Bestandeselemente kartenmäßig festgehalten werden, was insbesondere durch die derzeitige Ausrichtung auf einen naturnahen, strukturreichen Waldbau erforderlich ist. Diese kleinen Einheiten wurden in der Vergangenheit zwar detailliert in den Bestandesdaten verbal und zahlenmäßig als „Hilfsflächen“ beschrieben, allerdings ohne Darstellung in der Betriebskarte. Mit der Einführung des sog. „Strukturelements“ können auch Beimischungen mit einer Mindestflächengröße 0,2 ha und einer Mindestbreite von 20 m in den Karten abgebildet werden.

Die wesentliche Grundlage für die Kartenfertigung sind neben den alten Forstbetriebskarten und ATKIS-Daten vor allem ColorInfraRot-Luftbilder. Durch eine stereoskopische Interpretation werden die luftbild-sichtbaren Veränderungen der Waldflächen gegenüber der alten Karte erfaßt und zusammen mit den neu abgegrenzten Strukturelementen in eine digitale Kartenbasis integriert. Anhand dieser Abgrenzung wird eine Arbeitskarte für den Waldbegang des Forsteinrichters hergestellt. Vor Ort werden die im Luftbild kartierten Bestandesmerkmale durch terrestrische Aufnahmen konkretisiert.


Technische Details

Die Luftbilder werden in diesem Verfahren an einem analytischen Stereoplotter der Firma ZEISS, Typ Planicomp P3, interpretiert. Dieses Gerät bietet gegenüber den digitalen Stereoplottern eine wesentlich höhere Bildqualität, da die Verluste durch Scannen und Betrachtung am Bildschirm wegfallen. Für forstliche Auswertungen ist die Bildqualität von besonderer Bedeutung, da die unterschiedlichen Baumarten und Altersgruppen nur bei sehr guter Qualität zuverlässig interpretierbar sind.

Des weiteren ist das Gerät mit einer Einspiegelvorrichtung ausgestattet, wodurch die bisherigen Bestandesgrenzen im Stereomodell sichtbar gemacht werden können. Dies ermöglicht dem Bearbeiter ein sofortiges und genaues Erkennen von Abweichungen zwischen Luftbild und alter Karte. Darüber hinaus können auch die neu abgegrenzten Strukturelemente nochmal überprüft werden.


Der Verfahrensablauf im Einzelnen


Partner 06


Die gescannte und eingepaßte Forstgrundkarte zeigt den Waldzustand vor 10 Jahren und dient als Ausgangspunkt der Kartierung.



Partner 07


Die Forstgrundkarte wird digitalisiert, d. h. in das Vektorformat überführt (grüne Linien). Dabei finden auch andere Datenquellen wie z. B. ATKIS oder ALK-Daten Verwendung – je nach Verfügbarkeit und Zielsetzung der Kartierung.



Partner 08


Werden die Vektordaten dem Luftbild überlagert, wird erkennbar, daß nicht alle Strukturen in den Forstflächen in der bisherigen Karte wiedergegeben waren (gelbe Pfeile). Darüber hinaus sind Abweichungen zwischen der bisherigen Karte und dem tatsächlichen Grenzverlauf erkennbar (grüner Pfeil).



Partner 09


Die eigentliche Arbeit des Luftbildauswerters liegt in der Abgrenzung der Strukturelemente (gelbe Linien), die sich nach Hauptbaumart oder Alter vom Hauptbestand unterscheiden. Außerdem werden Fehler in der alten Karte anhand des Luftbildes korrigiert.



Forstwirtschaft 07


Der Forsteinrichter erhält für seine Tätigkeit vor Ort eine Arbeitskarte, in der alle Datengrundlagen zusammengeführt sind. Neben der alten Forstgrundkarte, den Vektoren und den Strukturelementen aus der Luftbildinterpretation können noch weitere Informationen wie Waldschutzgebiete in die Karte eingebaut werden.



Partner 11


Während des Außenbeganges sucht der Forsteinrichter die kartierten Strukturelemente auf und beschreibt die am Luftbild nicht erkennbaren Merkmale wie z. B. Verjüngung unter Schirm.



Datenerfassung 01


Am Ende resultieren verschiedene forstliche Fachkarten, die die Ergebnisse der Bearbeitung in Form von Baumartenverteilungskarten oder Betriebskarten darstellen. Des weiteren fließen die digitalen Ergebnisse in den konsistenten Aufbau der entsprechenden Geodatenbanken ein.